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Dezember 2009

 

10. Dezember 2009 7.50 Uhr

Einen wunderschönen guten morgen ihr Lieben,

Ach es ist so viel passiert in den letzten tagen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll!

Aber ich leg´ mal einfach los:

Ich war ein paar tage mit meinem Gabriel bei meinen Eltern in Hamburg. Weihnachtsgeschenke kaufen! Bis man dann alles zusammen hat , aber wem sag ich das? Drei tage hat´s gedauert! Dann haben wir noch mal da und da gebummelt, waren zwischendrin bei einem tollen Chinesen essen u.s.w … es war wirklich toll! Gabriel hat die Tage mit Opi verbracht während wir bummeln waren. Es war zwar anstrengend aber es war sooo schön! Und was ich besonders genieße ist, das in Hamburg eine so tolle christliche Gemeinde ist. Dort war dann auch ein Gospel-chor-Konzert. Es war sooo toll. Meine Mama und ich waren total begeistert und beflügelt. Auf dem weg nach Hause waren wir ganz aufgedreht und dort angekommen wollte ich eigentlich voller Elan aus dem Auto springen – naja, es hat nicht geklappt, weil mein Körper da nicht mit machen konnte, aber es war so ein tolles Gefühl , dieses Gefühl zu haben es zu können und zu wollen. Ich kann es so schlecht beschreiben, aber ich hatte meine Handicaps total vergessen. Sie war einfach nicht mehr da, ich habe mich so ganz gefühlt. Ich war richtig erschrocken über mich , aber es tat gut so unbeschwert zu sein!

Vielleicht denkt ihr jetzt: häh, seit wann geht die denn in die Kirche? Aber ich bin schon immer gerne in die Kirche gegangen. Nicht in die Landeskirche, da ist mir der Gottesdienst meistens zu langweilig und die Predigt zu weltfremd, aber in die Gemeinde gehe ich nur zu gerne.

Ich habe schon so viel in meinem leben ausprobiert. Langeskirche, freie Gemeinden, Esoterik (lange Zeit) und wieder der christliche Glaube. Und ich habe irgendwann , bevor ich krank wurde festgestellt das die Esoterik nicht das richtige für mich ist. Es wird zu sehr in alten Dingen herumgesucht, das Innere wird nach Außen gewendet und erforscht und ergründet. Das Problem ist nur das du immer neues entdeckst das nicht in Ordnung ist und willst auch das ergründen und so geht es immer weiter. Irgendwie zerfleischt du dich selber. – so habe ich es auf jeden Fall empfunden – und irgendwann bin ich wieder beim Glauben gelandet. Ich denke das Glauben auch heißt loszulassen.

Aber nun weiter in meinem Tagebuch:

Eigentlich wollte ich schon etwas früher nach Hause, aber mein Mann hat sich gedacht die Gunst der Stunde zu nutzen und krank zu werden! Er hatte eine richtig schöne Magen-Darm-Grippe und es ging ihm ziemlich schlecht. Eigentlich wollte ich nach Hause, aber er sagte ich bin bei meinem Eltern besser aufgehoben , dann muss er sich nicht um Gabriel und mich kümmern und ich würde mich nicht anstecken. Also gut , so blieb ich also noch ´zwei Tage länger bei meinen Eltern. Aber es war trotzdem schön und mein Mann konnte sich besser kurieren, die Großen sind ja schon recht selbstständig! Am Sonntag waren wir ( Gabriel und ich mit meinen Eltern) zum Eseen bei meiner Schwester und ihrer Familie. Es war mal wieder sehr schön. Meine Schwester hat einfach ein Händchen für Einrichtung und ich finde ihre Wohnung immer wieder toll. Sie hat immer so tolle Ideen und alles ist so gemütlich. Ich muss gestehen, dass ich manchmal, meistens etwas neidisch bin wie schön es bei ihr ist!

Am Dienstag hat mein Mann mich dann abgeholt. Wir haben noch alle zusammen gegessen und dann sind wir Richtung Heimat aufgebrochen. Lou hat sich so gefreut das er mich wiedergesehen hat das er bei meinen Eltern ein paar Tropfen Pipi verloren hat und am liebsten hätte er bei der Auto fahrt auf meinem Schoß gelegen. Mein süßer Lou…

Mein Mann und ich haben es uns Dienstagabend so richtig schön gemütlich gemacht . Dann Mittwoch erstmal einiges erledigen und heute schreibe ich Euch endlich wieder.

Am Tag bevor ich nach Hamburg gefahren bin war ich noch bei meinem Arzt. Mal wieder den stand der Dinge vorzeigen du ein paar Rezepte abholen. Wir schauten noch i den Computer ob ein paar neue berichte gekommen sind und ich hatte ganz vergessen das ich ja auch bei eine Neurologin war. Ich ließ mir den Bericht ausdrucken, weil ich meine berichte auch gerne zu hause habe. Sie bestätigte den verdacht ALS ! Tja, was soll ich sagen…

Ich habe jetzt beschlossen endlich wieder ich selbst zu sein! Hört sich komisch an, ich weiß, aber ich war die letzten Monate so voller angst und Unsicherheit und das ist eigentlich gar nicht mein Charakter. Und so habe ich beschlossen endlich wieder mein leben in den griff zu nehmen. Ich gehe (fahre) jetzt bei gutem Wetter mit Lou und gehe (rolle) mit Gabriel zum Laden um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Ich möchte nicht nur das die Krankheit langsam voran schreitet, ich will das die Krankheit langsam voran schreitet. Ich möchte nicht nur gesund werden, ich will gesund werden! Und so lange es so ist wie es ist mache ich das beste daraus.

In den letzten tagen habe ich viel daran gedacht wie es letztes Jahr im Dezember war. Ich war auch mit meiner Mama unterwegs um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, allerdings konnte ich da noch laufen. Es war zwar alles etwas anstrengender, aber ich hätte niemals gedacht das ich ein Jahr später im Rollstuhl sitze. Es macht mich schon etwas traurig zu sehen wie es jetzt mit mir ist, aber ich kann es nicht ändern. Ein Jahr … und mein ganzes leben hat sich komplett verändert.

Nichts desto trotz freue ich mich mehr denn je auf Weihnachten.

“und dann wollte ich noch unbedingt einmal los werden, das ich immer sehr gerührt bin wenn ich e-Mails oder Gästebucheinträge bekomme, weshalb ich schon so lange nichts mehr geschrieben habe. ich freue mich immer sehr das ihr mich denkt. sicherlich kann ich bald auch wieder besser schreiben und dann können wir uns auch wieder reger austauschen!”

 

11. Dezember 2009 19.00 Uhr

Hallo meine Lieben,

Hier sitze ich nun frisch gebadet und entspannt (naja, mein Geist ist entspannt, meine Beine eher nicht…) auf dem Sofa! Ich betone das so , weil heute mein Badewannenlifter geliefert wurde und ich ihn eben erst einmal ausprobiert habe!

Also, er ist echt praktisch. Da er aber mit Saugnäpfen am Boden der Badewanne befestigt ist kann er nicht ganz herunterfahren und man ist somit nicht ganz unter Wasser! Aber trotzdem ist er praktisch. Es ist auf jeden Fall sicherer und für meinen Mann viel, viel leichter!

Gabriel hat ihn natürlich auch gleich mal ausprobiert und fand ihn Klasse!

Ansonsten war heute ein ganz normaler Tag!

Morgen machen wir mit unseren Kindern mal wieder einen Videoabend. Erst gehen wir zusammen Knabbersachen einkaufen und dann machen wir es uns so richtig gemütlich. Wir freuen uns schon und gerade jetzt sind mir gemeinsame Stunden so wichtig!

Am Sonntag fahren wir zusammen zu meinen Eltern. Und da ich am Montagabend in Hamburg einen Arzttermin habe , bleibe ich bis Dienstag mit Gabriel in Hamburg. Praktischerweise will Jörg dann am Montag unser Wohnzimmer streichen und unser Heizkörper weiß machen. Als wir hier im Juli eingezogen sind hatten wir keine zeit um das Wohnzimmer zu renovieren und deshalb sind die Wände noch orange und die Heizkörper grün (?), aber ich hätte es hier gerne in meinem Stiel und endlich habe ich Jörg überreden können zu Malern, also… los geht´s…

Jörg findet es eigentlich nicht so super notwendig, aber da er mich sooo lieb hat und mir keinen Wunsch abschlagen kann, macht er es nun doch und beinahe dachte er schon es wäre seine Idee gewesen… hi, hi, hi !

Es ist wirklich sehr beruhigend das meine “Waffen der Frau” noch funktionieren.

So… und nun “muss” ich mit meinem Gabriel ins Bett und einen Videofilm schauen. Heute schauen wir ” Bernhardt und Bianca”

Ich liebe es so abends Videofilme zu gucken. Klar, sind heute eher DVD´s in, aber es ist für mich Kult Abends Video zu gucken. Entweder mit Gabriel Zeichentrick oder alleine mit Happy-End!

Also, ihr Lieben, wenn ihr noch alte Videofilme habt sagt mir bloß Bescheid.

18. Dezember 2009 22.00 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Unser Wohnzimmer ist gestrichen!!! **freu***

Jetzt ist alles schön hellbeige!!!

Die beste Neuigkeit gleich als erstes: mein zustand hat sich seit einer Woche nicht mehr verschlechtert!!!!

Ich bin so glücklich!!!

Lou ist begeistert vom Schnee, am liebsten wäre er den ganzen Tag draußen!!!

Ist es nicht toll das es geschneit hat? Ich hoffe der Schnee bleibt nun bis Weihnachten! Gabriel ist auch ganz glücklich und nun geht es bei uns ständig: Schneeanzug an, raus, rein, Schneeanzug aus und auf die Heizung, Schneeanzug an, raus… und so weiter!

Ich genieße es das es mir im Moment so gut geht… allerdings werde ich immer steifer und unbeweglicher, besonders bei Kälte, aber generell hat sich mein zustand nicht verschlechtert- Gott sei dank!!!

Endlich Ferien!!! Bald ist Heilig Abend, aber am 23. Erst noch der Geburtstag vom Mittleren.

Hamburg war mal wieder toll und ich muss gestehen das es dort doch so einige vorteile für Rollstuhlfahrer gibt. Es ist mir nie so bewusst gewesen, aber ich muss kaum darüber nachdenken ob ich mit dem Rolli in einen Laden hineinkomme. Meine Mama und ich waren mal wieder viel unterwegs und haben viel erlebt ! Ich kann wirklich sehr dankbar sein das es meinen Eltern noch so gut geht und sie mir / uns so viel helfen können! Manchmal tut mir meine Mama richtig Leid, wenn sie mich im Rollstuhl umherschiebt. Sie ist etwa 1,58 m groß und bewältigt mit mir sämtliche Hindernisse ! Es ist ihr nie zuviel den Rolli noch ein weiteres mal aus dem Kofferraum zu heben damit wir ausgiebig bummeln können! “Danke Mama!!!”

Ich habe in Hamburg bei dem Gospel-Chor- Abend eine sehr nette junge Frau kennengelernt. Sie ist etwa in meinem Alter (naja, etwas jünger) und obwohl meine Mama ihre Mutter schon lange kennt haben wir uns erst dort kennengelernt! Ich würde mich sehr freuen etwas von ihr zu hören!

Und von ihrer Mutter ( sie heißt auch Sabine) habe ich eine wunderschöne Geschichte bekommen:

Die Geschichte von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: “Wer bist du?”

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. “Ich? Ich bin die Traurigkeit”, flüstere die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.

“Ach, die Traurigkeit!” rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

“Du kennst mich?” fragte die Traurigkeit misstrauisch.

“Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.”

“Ja, aber …”, argwöhnte die Traurigkeit, “warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?”

“Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?”

“Ich … ich bin traurig”, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. “Traurig bist du also”, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. “Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.”

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

“Ach, weißt du”, begann sie zögernd und äußerst verwundert, “es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.”

Die Traurigkeit schluckte schwer. “Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.”

“Oh ja”, bestätigte die alte Frau, “solche Menschen sind mir schon oft begegnet.

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. “Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.” Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.

“Weine nur, Traurigkeit”, flüstere sie liebevoll, “ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.”

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: “Aber … aber wer bist eigentlich du?”

“Ich?” sagte die kleine, alte Frau schmunzeln, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. “Ich bin die Hoffnung.”

Danke Sabine

Leider wissen wir nicht wer diese Geschichte geschrieben hat!

…sooo , ihr Lieben ich gehe jetzt heia machen, aber ich werde jetzt wieder öfter schreiben! was haltet ihr davon?

20. Dezember 2009 23.00 Uhr

Hallo ihr lieben,

Hier liege ich nun auf dem Sofa und mache mir Gedanken! Ich habe gemütlich die Flasche Sekt getrunken, die wir von Jörgs Eltern bekommen haben- wirklich sehr lecker! Und ich muss gestehen das ich wirklich angeschwippst bin! Aber egal was ich ich tun könnte es lenkt nicht von meiner Situation oder meiner Erkrankung ab! In den letzten tagen ging es mir so gut, kaum zu glauben… aber egal wie sehr ich mich bemühe und wie sehr ich es mir wünsche- es wird nie wieder einen weg in mein altes leben geben. Selbst wenn ich jetzt gesund werden würde, ich / wir haben uns so sehr verändert. Ja, vielleicht, oder ganz bestimmt war mein Leben nicht perfekt, und ich habe viele Fehler gemacht, aber ich hatte mich daran gewöhnt und damit abgefunden. Aber nun weiß ich gar nicht mehr wer ich bin wohin noch gehen werde , was ich noch erleben werde.

Wie oft sagt man das es besser ist das man nicht weiß was die Zukunft bringen wird, aber ist das wirklich so?

Ich fühle mich wie im Fahrstuhl stecken geblieben. Ich kann nicht sagen in welchem Stockwerk ich mich befinde!? Wie sehr habe ich mich über mein “neues Wohnzimmer” gefreut, aber es hält eben nicht für immer an. Ich bin so rastlos so ruhelos. Ich versuche an mir zu arbeiten, ich versuche irgendetwas zu finden was mir Frieden geben kann, aber es ist so schwierig. Nicht weil ich es nicht finden möchte, sondern eher weil ich mich dann so sehr verändern müsste und ich nicht weiß ob das meine Ehe aushalten wird. Und so befinde ich mich im Zwiespalt. Ich kann doch nicht wissen was mir letzten Endes eine Verbesserung bringt. Ich kann die Konsequenzen ja auch nicht mehr alleine tragen. . Ich will das alles nicht so…

Was soll ich nur tun? Wenn ich mich verändere und mein leben werde ich auch das von meinen Kindern verändern – und sind sie damit glücklich?

Nebenan sitzt mein Mann am PC und spielt WOW! Ich kann hören wie er über sein headset mit den anderen Spielern spricht und sich freut und redet und kämpft und was dazu gehört. Tja, da sitzt er nun in seiner “heilen welt” und ich hier in meinem frisch renovierten Wohnzimmer. Wand an wand aber in verschiedenen Welten.

Ich liebe meine Kinder so sehr und möchte für sie alles richtig machen, aber vorher soll ich wissen was sich in der Zukunft als richtig erweist? Was kann und darf ich verändern ohne die Welt meiner Kinder noch mehr ins wanken zu bringen?

Ihr lieben, ich habe wohl ein paar Schlückchen vom Sekt zu viel getrunken und nun werde ich ziemlich sentimental. Ich werde nun erst einmal schlafen gehen und morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus!

Ich hoffe ihr hattet einen wunderschönen 4. Advent!?

Doch, meiner war sehr schön. Wie haben lecker zusammen gefrühstückt und lecker gegessen und hatten einen schönen Tag!

Morgen werde ich mehr berichten!

23. Dezember – Steffens Geburtstag

Geburtstag! 12 Jahre – wie die zeit läuft…

Wir haben schön gefrühstückt und Steffen hat seine Geschenke ausgepackt! Dann wurde ersteinmal alles aufgebaut und ausprobiert! Gabriel war aufgeregter als sein Bruder… wie das so ist bei den lieben kleinen.

Der Vormittag war sehr ruhig. Steffen wollte seien Geburtstag eigentlich nicht feiern (wie jedes Jahr) aber mittlerweile haben wir das Gefühl das er einfach das Altgewohnte ” nichtfeiern” nicht mehr ablegen kann und so haben wir dann seinen besten Freund eingeladen. Als es dann um 14.30 Uhr an der Tür klingelte und Steffens Freund mit Schlafgepäck und Geschenk vor der Tür stand hat er ziemlich entsetzt geschaut und vor Schreck die Tür wieder zu gemacht. Erst als ich sagte er solle seinen Freund doch rein lassen sprang sein Gehirn wieder an und er freute sich doch. Eigentlich dachten wir die beiden würden gerne ins Kino gehen , aber sie wollten lieber einen DVD schauen und Pizza essen … ist ja auch recht, Hauptsache sie haben Spaß!

Da wir ja morgen bei meiner Schwester feiern hatten wir auch nicht viel vorzubereiten. Die Geschenke sind schon in Hamburg bei meinen Eltern und den Baum haben wir dieses Jahr schon gestern geschmückt. Lou wusste nicht so recht was das bedeuten soll das nun ein Baum im Wohnzimmer steht und das dann auch noch so viele schöne rote, goldene und silberne “Bälle” drangehängt werden…

Als dann das Licht der Lichterkette eingeschaltet wurde war er endgültig baff und lag andächtig und wahrscheinlich grübeln eine ganze zeit vor dem Baum!

Heiligabend

HoHoHo…

Wir sind schon früh hoch. Steffens Freund muss noch nach hause gefahren werden. Aber ersteinmal frühstücken. ´Steffen ist erledigt. Ich habe nicht mehr mitbekommen wann sie ins Bett gegangen sind oder ob sie überhaupt ins Bett gegangen sind. So wie er aussieht habe sie wohl durchgemacht…

Gabriel hat auch etwas länger geschlafen und ist wie von der Tarantel gestochen aufgesprungen, die angst etwas zu verpassen hat ihn hoch springen lassen. Christian ist mit 14 ja schon ganz entspannt und lässt es langsam angehen. Jörg fährt Steffens Freund nach hause und kauft dann noch ein paar Kleinigkeiten ein und holt die Rippchen für den 2. Weihnachtsfeiertag bei der Fleischerei ab. Danach müsse wir auch schon aufbrechen. Erst fahren wir zu meinen Eltern Lou abgeben. Dann fahren wir alle zusammen zur Kirche. Gabriel ist total aufgeregt – er kann es kaum erwarten bis es Geschenke gibt. In der Kirche war es sehr schön, mit Krippenspiel und richtig feierlich, da kommt richtig Weihnachtsstimmung auf. Ich ´hatte nicht gedacht das ich die Kirche ohne weinen überstehen würde, aber ich habe es geschafft. Auf der fahrt nach Hamburg sind mir bereits ein paar mal die tränen gekommen. Es war so ruhig, die Kinder habe geschlafen und wir sind durch die Winterlandschaft gefahren….immerwieder holte mich die angst vor dem nächsten Jahr ein, denn noch und gerade im Moment geht es mir ziemlich gut, aber wie geht es mir nächstes Jahr?

Nach der Kirche schnell wieder zu meinen Eltern und Lou abholen und dann zu meiner Schwester, nun werden die Kinder wirklich unruhig!

Bei meiner Schwester haben wir erst einmal ein Glas Sekt getrunken, aber dann (es war bestimmt schon 17.30 Uhr) wurde es endlich zeit für die Bescherung ! Das ganze Wohnzimmer war voller Papier und schleifen, wie es sich für Weihnachten gehört und die Kinder waren alle sehr sehr glücklich! Wir aßen noch alle zusammen und verbrachten einige schöne Stunden !! Bei meiner Schwester ist es sowieso immer so gemütlich und diesesmal war es besonders schön.

Zu hause angekommen sind wir alle stehend k.o. ins Bett gefallen

1. Weihnachtsfeiertag

Wir haben alle recht lange geschlafen und dann erst einmal in aller ruhe gefrühstückt! Es war ein wunderschöner ruhiger , besinnlicher Tag! Wir aßen als wir Hunger hatten und die Kinder waren den ganzen Tag mit ihren neuen Sachen beschäftigt. Gegen Abend fing ich an das essen für den nächste Tag vorzubereiten, alles ganz gemütlich!

2. Weihnachtsfeiertag

Jörg und ich bereiteten in aller ruhe das essen und alles Drumherum vor.

Es gibt:

BBQ-Rippchen. Selbstgemachte BBQ-Sauce, mit Maissouffle, Maiskolben, Ofenkartoffeln und Salat.

Danach: Apfelkuchen im Glas

Mhmmm… es war so lecker und sogar meine Oma (93) mochte die BBQ-Sauce.

Es war so schön! Im Hintergrund lief Elvis und Barney Kessel. Wir saßen noch lange zusammen – es war ein wirklich gelungener Tag!

Ich war sooo erledigt, aber es hat sich mehr als gelohnt!

27. Dezember 2009 23.30 Uhr.

Ich bin wieder wach… und nutze die Gelegenheit um mein Tagebuch zu aktualisieren.

Heute kam die totale Erschöpfung über mich. Meine arme waren total verkrampft du ich fühlte mich nicht besonders gut. Aber für die schönen tage die wir hatten war es das absolut wert.

Morgen ist wieder Alltag und das bedeutet erst einmal einkaufen.

Wir haben schön gemütlich zusammen Kaffee getrunken und einfach nur rumgegammelt! Haben wir überhaupt etwas sinnvolles gemacht? Ja… wir haben uns ausgeruht und fünfe gerade sein lassen Gabriel hatte seine Freundin hier und so war er gut beschäftigt. Ich bin früh ins Bett gegangen aber nun wieder wach.

Silvester feiern wir bei meiner Schwester. Alle bringen etwas mit – es wird bestimmt wieder schön. Besonders für die Kinder denn es kommen noch andere Kinder im gleichen alter.

Ich muss ja gestehen das ich gar nicht so ein Silvester-Fan bin. Meistens bin ich schon früh müde und diese Knallerei ist auch überhaupt nicht mein Ding. Ich finde es irgendwie seltsam das sich dann um 12 Uhr in den armen liegen und sich Küsschen zuwerfen… aber dieses Jahr ist es noch anders… ich habe echt gar kein Bock auf Silvester. Ist doch irgendwie so ein Meilenstein und man denkt über das vergangene und das kommende Jahr nach. Allerdings tue ich beide nicht gerne. Das vergangene mit der Diagnose den vielen Veränderungen und das kommende mit der Ungewissheit…

Weihnachten war schon schwer, immerwieder musste ich daran denken wie sich mein leben verändert hat und wie schwer es teilweise war.

Und nun Silvester – ich habe etwas angst vor dem Trubel und das ich zu sentimental werde… aber auf der anderen Seite ist es vielleicht auch besser im Trubel zu feiern dann wird man wenigstens abgelenkt!

Nun aber mal wieder seit langem ein Bericht über meinen zustand:

Ich habe das Gefühl das es mir besser geht. Ich denke das es damit zu tun hat das ich aufgehört habe über die Krankheit zu lesen und über meine Arztbriefe zu grübeln. Daher habe ich langsam aber sicher immer mehr Momente in denen ich nicht n die Krankheit denke und kann dadurch Kraft schöpfen.

Davon mal abgesehen das mir die Gebete der Gemeinde sehr helfen meine Hoffnung zu bewahren.

Im ganzen geht es mir besser … ich denke das kommt erstens daher das es mir seelisch besser geht und daher das die Erkrankung wohl auch mal eine pause vom fortschreiten braucht und ich somit zeit habe meine bisherigen Defizite auszugleichen und somit besser zurecht komme. Daraus resultiert das ich mir wieder mehr zutraue und daher geht es mir noch besser.

Im Moment dreht sich also die Spirale aufwärts. Und ich merke einmal mehr wie sehr die Psyche doch an der Krankheit beteiligt ist!

Oftmals habe ich allerdings das Gefühl das ich einen zu kleinen Neoprenanzug anhabe und ich mich daher schlecht bewegen kann. Meine Bewegungen sind teilweise langsamer, aber es ist bis auf ein paar schmerzhafte Verkrampfungen gut zu ertragen.

Manchmal liege ich im Bett oder auf dem Sofa und denke ich könnte meine Zehen wieder bewegen, und ich habe dann auch wirklich das Gefühl als würde ich sie bewegen, aber wenn ich dann hinschaue stelle ich leider fest das sie sich nicht bewegen… ich scheine mir also nur einzubilden ich würde sie bewegen… das ist wirklich gruselig!!!

30. Dezember 2009 11.00 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Morgen ist Silvester- dieses Jahr wäre also fast geschafft!

Gute Vorsätze? Ein, habe ich eigentlich keine. Natürlich habe ich Pläne und möchte etwas verändern, aber das muss ich ja nicht an Silvester beschließen, oder? Es ist doch echt deprimierend wenn man es nicht einhalten kann und es großartig verkündet hat!

Ich zum Beispiel bin Vizeweltmeisterin in gute Vorsätze machen, aber Weltmeisterin darin sie nicht einzuhalten.

Da meine Krampfneigung in den Armen weiter zu nimmt, nimmt auch meine Unzufriedenheit zu. Ich bin es echt Leid krank zu sein. Mich nervt meine Abhängigkeit extrem. Ich würde mich so gerne mal einfach ins Auto setzen und ein paar Besorgungen machen.

Die Kälte nervt mich auch…. Mhmmm, ich bin echt unzufrieden! Eigentlich wollte ich das ja nicht mehr, aber ich kann einfach nichts dagegen machen

Ich habe übrigens, wie ihr ja sicher schon gesehen habt, meine Homepage etwas umstrukturiert.

Ein bisschen was weggenommen,ein bisschen etwas dazugefügt.

Bilder von uns könnt ihr jetzt im “Fotoalbum ” finden , aber ihr könnt ja auch einfach ein bisschen stöbern….

 

 

 

 


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